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Überprüfung der Verkehrssicherheit

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Zwieselbruch. Fagus sylvatica / Buche.BlausiebGefaehrlicher RissBruchgefaehrdeter ZwieselKirsche mit Braunfaeule.Pappel mit Faeule im Zwiesel.Baumsturz wegen Wurzelfaeule.Offene Kernfaeule, Liriodendron tulipifera / Tulpenbaum.

Überprüfung der Verkehrssicherheit

Der Baumeigentümer oder ein auf andere Weise Verantwortlicher ist grundsätzlich verpflichtet, Schäden durch Bäume an Personen und Sachen zu verhindern. Verletzt er diese Sorgfaltspflichten, ist er für eingetretene Schäden haftbar. Eine gute Übersicht über die österreichische Rechtssituation bietet: Bäume und Recht, Manuela Stieg und Klaus Tasch, Arbeitspapier 34/2002, Wissenschaftsladen Graz) Bruchgefährdete Äste und Stämme oder schadhafte Wurzeln sind für den Laien oft nicht erkennbar, stellen aber trotzdem ein Gefährdungspotential dar. In der weitaus größten Zahl der Fälle gibt es für den Experten allerdings Anzeichen für ein solches Versagen. Der Baum warnt in seiner Körpersprache vor den bestehenden Gefahren.

Die Erstellung und kontinuierliche Fortführung einer Baumkontrolle mit Sichtkontrollen, im Bedarfsfall Weiterführende Untersuchungen und Durchführung der notwendigen Maßnahmen schützt sie vor Schadenersatzansprüchen.

Die Erfordernisse der Befundung sind in der ÖNORM L1122 geregelt. Unser Büro orientiert sich bei der Baumkontrolle an verschiedenen feldtauglichen Methoden.

 

Allem voran steht die Sichtkontrolle. Sie beinhaltet: - Eine Beurteilung des Baumes aus biologischer Sicht: Belaubung, Rinde, Suche nach möglichen Pilzkörpern etc.

- Eine mechanische Beurteilung der Stand- und Bruchsicherheit: Defektsymptome, Wunden, Schieflage, Rindenrisse, Wurzelanläufe, Segelfläche, Wulstbildung, Bodenrisse etc.

 

In der Regel, das heißt bei 92-95 % der Bäume reicht diese Sichtkontrolle aus, um den Baum beurteilen zu können und um eventuell notwendige Maßnahmen zu definieren. In 5-8 % der Fälle gibt es Defektsymptome, die Besorgnis erregend sind. Hier muss eine Weiterführende Untersuchung, durchgeführt werden, die beispielsweise folgende Punkte beinhalten kann:

- Klopfen mit dem Schonhammer zur weiteren Bewertung des Defektes, zur Bestimmung der schwächsten Stelle und der axialen Ausdehnung, die meist auch am Ort der stärksten Symptomausbildung ist.

- Begutachten der Krone mittels Leiter, Hubwagen oder Klettertechnik

- Bei zunehmendem Verdacht Einsatz des Resistographen (Gerät, mit dem der Bohrwiderstand gemessen werden kann). Da der Bohrwiderstand mit der Bruchenergie des Holzes korreliert, ist der Resistograph ein gutes Hilfsmittel zur Auffindung und Bewertung versteckter Defekte mit relativ geringer Schädigung des Baumes.

- Bei weiter zunehmendem Verdacht auf brisante Defekte werden diese durch Bohrung mit Zuwachsbohrer und Fractometerauswertung bestätigt, die Restwandstärke bestimmt und ihre Festigkeit nachgewiesen. Diese holzverletzende Methode kommt nur bei schon stark geschädigten Bäumen zum Einsatz und ist aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig.

 - Bei Bäumen der Standfestigkeit anders nicht beurteilt werden können, kommen Zugversuche zum Einsatz.

 

Liefert die Fehlerbewertung den Nachweis hohen Bruchrisikos und ist der Baum von geringer Vitalität, so ist er zu fällen, gegebenenfalls zu ersetzen. Ist der Baum vital oder aus sonstigen Gründen zu erhalten, beispielsweise weil es ein ganz besonderer, geschichtsträchtiger oder seltener Baum ist, so kann z. B. durch Absperrung des Umfeldes, durch einen sinnvollen Kronenrückschnitt oder durch Kronensicherung die erforderliche Sicherheit erzielt werden.

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red